Regine Dapra

1929 – 2012

Zu meinen Bildern:

Zu meinen Bildern:

 

 

 

Beim Malen ziehe ich mich in meine innere Weit zurück.
Die Zeit wird bedeutungslos. Ich lebe im Augenblick. Meine ganze Aufmerksamkeit gehört dem jeweiligen Motiv.
Aus der unüberschaubaren Fülle der Themen filtert sich heraus was mir im Moment bedeutungsvoll erscheint.
Die Formate sind zumeist klein und sie beschäftigen mich jeweils mehrere Wochen lang. Ein alter Weiser sagte:
Alles was Wert hat, ist kostspielig, es braucht lange Zeit und viel Geduld.“
Da die Zeit beim Malen keine Rolle spielt und ich Geduld schon in der Musik geübt habe, bin ich mit jedem Bild verbunden, als wäre es ein Teil von mir.

Statements zum Schaffen von Regine Dapra:

Hans Weigel anläßlich einer Ausstellungseröffnung:

Regine Dapra hat zwei Wesensmerkmale, die scheinbar überraschend, fast befremdlich sind und die doch in meiner Sicht zu ihrer Bedeutsamkeit beitragen. Sie wurde als Konzertpianistin ausgebildet und diplomiert. Als ihr bescheinigt worden war, daß sie das Klavier beherrsche, klappte sie es zu und begann zu malen. Das ist nicht ein Umweg, sondern ein ganz sinnvoller Weg zur Reife. Man muß, um sich in einem Beruf ganz zu erfüllen, mehr sein und mehr haben, als dieser Beruf an äußeren Voraussetzungen erfordert. Man muß erlernt haben, was man nicht unmittelbar zur Berufsausübung braucht. Das, was man für den Beruf braucht, muß man nicht unbedingt erlernt haben. Man muß es nur können.

Zweites Wesensmerkmal: Regine Dapra arbeitet nicht „nach der Natur“, wie man sagt. Sie sitzt nicht vor Kirchen, Gärten, Bäumen und „zeichnet sie ab“. Sie kennt ihren Gegenstand, gewiss, aber sie bildet ihn nicht ab. Sie arbeitet in ihrem Atelier.Regine Dapra muß gegen den Klischeebegriff „naive Malerei“ verteidigt werden. Sie ist nicht naiv, sie ist nicht einmal einfach. Sie schafft Ordnung, indem sie Bilder herstellt. Wir besitzen viele kostbare Bilder der Stadt Salzburg von Regine Dapra. Dadurch hat sie der Stadt Salzburg einen unschätzbaren Dienst erwiesen.

Wenn wir von Salzburg träumen, sieht die Stadt aus wie von Regine Dapra gemalt, jenseits aller Tagtäglichkeit.

Dr. Hans Conrad Fischer (Filmemacher und Produzent)

„Der Einfluß Mozarts in ihren Bildern ist unverkennbar: Das Streben nach absoluter Harmonie.“

Anläßlich einer privaten Feier 1979 zuhause bei den Dapras:
Karl Heinrich Waggerl, der Dichter und Freund der Dapras, hat zu Regine einmal gesagt: „Du hast das Malen in der Musik gelernt.“ Lassen Sie mich bei dieser Beziehung Musik-Malerei in den Bildern Regine Dapras kurz verweilen!
Sie brauchen nur hier in diesem Raum an die Wand zu blicken, oder wo immer Sie Bilder von Regine Dapra sehen, um auch an Musik zu denken. Ihre Salzburg Bilder verklären diese Stadt, erhöhen sie zu einer heiter-ästhetischen, verspielten und dennoch in strenge Form gebannte Harmonie. Wer würde da nicht an Mozart denken?
Eine ausgebildete und wie alle wissen, die Regine Dapra am Klavier erlebt haben, erstrangige Musikerin, malt Salzburg.
Der Einfluß Mozarts in ihren Bildern ist unverkennbar: Das Streben nach absoluter Harmonie. In dieser unheilen Welt gibt es zum Glück immer noch Künstler, die sie mit ihrem Schaffen zu heilen versuchen. Für viele von uns ist diese Welt in den Bildern Regine Dapras heil. Nur Halbgebildete oder Dummköpfe konnten den Begriff der „heilen Welt“, vorübergehend zum Schimpfnamen für oberflächliche Schönfärberei umfunktionieren. Der Kunsthistoriker Hermann Bauer sprach bei einer Ausstellungseröffnung über das „Sonntägliche“ in Regine Dapras Malerei. „Das Sonntägliche ist nicht zuletzt Resultat der Ordnung der Dinge. Eine sonntägliche Gelassenheit herrscht zwischen Stadt und Betrachter, die Zeit ist zur Ruhe gekommen, und die Vergangenheit ist zum Fest geworden, an dem wir teilhaben können. In diese Stadt malt sie uns Menschen des 20.Jahrhunderts hinein. Ich kenne keine liebenswertere Denkmalspflege als diesen Sonntag, an dem liebenswerte Bilder uns etwas sehr wesentliches von Salzburg zeigen und gleichzeitig aus Salzburg hinausführen in ein unbetretenes Wunderland.“
Ein erstaunliches Phänomen der Bilder Regine Dapras ist, daß man eigentlich keine Entwicklung ihrer malerischen Begabung verfolgen kann. Sie war scheinbar plötzlich da und malte, wie eben Regine Dapra malt, erkennbar sofort unter hunderten anderer Bilder. Das ursprüngliche Talent zum Malen, das nur des Anlasses zum Durchbruch bedurfte, wird hier sichtbar. Auch , wie recht der Dichter Herbert Eisenreich hatte, als er in einem Essay schrieb, die Malerin gehöre „zu den Menschen, die etwas in sich tragen, das man als Rudimente aus dem verlorenen Paradies bezeichnen könnte“. Schon die Arbeitsweise, bei der bis zur Fertigstellung eines Bildes oft zwei Monate und mehr Zeit vergehen, widerspricht der oberflächlichen Etikettierung von Regine Dapras Gemälden als „naive Malerei“. Wer sie selbst kennt, ihre intellektuelle Engagiertheit in Diskussionen erlebt hat, die Menge der Gedanken ahnt, die in ihrem und in ihres Mannes Haus umgewälzt werden, der hat Schwierigkeiten mit der Vorstellung einer „Salzburger Grandma Moses“. Die Wirklichkeit in den Bildern Regine Dapras ist nicht naiv, es sei denn, wir hätten uns an die Verschandelung unserer Umwelt schon so sehr gewöhnt, daß wir Schönheit grundsätzlich als Naivität empfinden. Die Wirklichkeit ihrer Bilder ist vielmehr ein – bisweilen sogar sehr raffiniertes – Zusammenfügen von Elementen der Natur und Architektur Salzburgs zu einer unwirklichen Harmonie. Herbert Eisenreich hat recht, wenn er die Malerin „zu den Traumwandlern zwischen Schuld und Unschuld“ zählt. So gesehen sind Regine Dapras Bilder viel eher religiös als naiv.

Lebenslauf

Regine’s Leben in Bildern

regine mit Mutter und Großmutter 1933

Regine Dapra 1931

mit Mutter und Großmutter

Regine 1966

Regine Dapra 1964

Der Beginn ihrer Karriere als Malerin

Regine mit David

Regine Dapra 1971

mit Sohn David

Regine 1975

Regine Dapra 1975

Ausstellung Galerie Niggli, Zürich/Schweiz

Regine mit ihrem Ehemann Josef

Regine Dapra

mit Ehemann Josef Dapra

Regine 1985

Regine Dapra 1985

Malerin und Autorin

Werdegang

Geboren am 2.2.1929 in Bad-Hofgastein.

Aufgewachsen in der Linzergasse in der Stadt Salzburg
Volksschule, Gymnasium bis 1945

1945-1949 Musikstudium

 Ausbildung zur Konzertpianistin an der Musikhochschule Mozarteum
1949-1951 Meisterklasse, Musikakademie Wien
Bis 1959 als Musikerin und Sängerin in Deutschland und der Schweiz.

1960 Rückkehr nach Salzburg und Start als
Malerin 

1960 Heirat mit Josef Dapra und ab 1963 Beginn der Kariere als Malerin 

Ab 1964 Ausstellungen in vielen europäischen und amerikanischen Ländern (Österreich, Deutschland, Schweiz, USA)
1969 Geburt des Sohnes David

Engagement als Tierversuchsgegnerin

Mitte der Siebzigerjahre Engagement für Umweltschutz.
1982 Mitbegründerin und Leiterin der „Initiative gegen Tierversuche“.

Ab 1989 Malerin und Autorin

Bücher: Weisse Lilien – Aus durchlässiger Welt

Ich lebe mit Osteoprose – Ein Erfahrungsbericht, mit Rezepten von Barbara Rütting
ISBN 978-3-89566-254-6

Beschäftigung mit asiatischen Heilkünsten

Tai Chi, Reiki, Pranic Healing, Qi Gong

Gestorben am 25.04.2012 in Salzburg.

 

Ausstellungen

Einzelausstellungen:

1964: ABC-Galerie,Winterthur/Schweiz

1965: Galerie Autodidakt, Wien Kulturvereinigung,Salzburg Galerie Schöninger, München/BRD

1966: ABC-Galerie, Winterthur/Schweiz

1967: E.O.-Gallery, New-York/USA

1968: Oates-Gallery, Memphis/USA Kunstsalon Wolfsberg, Zürich/Schweiz

1969: Galerie Alex Vömel, Düsseldorf/BRD

1970: Oates-Gallery, Memphis/USA (Einzelausstellungen,Forts.)

1971: Galerie Holzinger, München/BRD Galerie Krüll, Krefeld/BRD

1972: Galerie Niggli, St.Gallen/Schweiz 1972: Galerie Isy Brachot, Brüssel/Belgien

1973: Oates-Gallery, Memphis/USA

1974: Trakl-Haus, Salzburg Galerie Wolfrum,Wien

1975: Galerie Niggli,Zürich/Schweiz

1979: Galerie D´Art la Chapelle, Luxembourg

1979: Galerie Theissen, Trier/BRD

1984: Galerie Niederteufen/Schweiz

Ausstellungsbeteiligungen:

1964: „Die Welt der naiven Malerei“, Residenzgalerie, Salzburg „Primitifs d´aujourd´hui“, Galerie Charpentier, Paris

1965: „Naive Malerei aus acht europäischen Ländern“, Linz u. Kapfenberg „Peintres naifs“, Kunstsalon Wolfsberg, Zürich/Schweiz „Österr. und Englische Malerei“, Galerie Peithner-Lichtenfels, Wien

1966: „Triennale Bratislava“ „Die Welt der naiven Malerei, Gal. Krauss-Maffei, München/BRD

1967: „Wachau-Ausstellung“, Weißenkirchen „Naive Malerei“, Kunstschule Wien „Der blaue Adler“, Secession,Wien

1968: „Contemporary European Paintings“ Oates-Gallery USA

1969: „Naive und Surrealisten“, Kunstsalon Wolfsberg, Zürich/Schweiz

1972: „Kunstmesse“ Basel/Schweiz „Schoß Schleißheim München/BRD

1973: „Musee D´Art Naif de L´Ile de France, Paris,

1975: „Österr.Künstlerinnen der Gegenwart“, Österr.Kulturzentrum, Burggarten- Säle, Neue Hofburg,Wien

1976,1978,1979 „Kunstmesse“ Basel 1979: „Britains First Exh. of Intern. Naive-Art“, Hamiltons, London „Rona in London´s Roundhouse, London

1980: „Messepalast, Wien

1982: Bawag, Wien „Groupe Henri Rousseau“, Morges/Schweiz, „Groupe Henri Rousseau“, Quito/Ecuador

1983: „Groupe Henri Rousseau“,Museum Athenee, Genf/Schweiz „Galerie Niggli“, Niederteufen/Schweiz

1984: „Klassische Moderne u. Naive Kunst“, Galerie Niggli, Niederteufen/CH

Auszeichnungen

1974 1. Preis der 8.Int.Fremdenverkehrsplakatausstellung, Catania/Italien, für 3 Plakate, gemalt für das Landeverkehrsamt, Salzburg.

1974 Spezialpreis beim Prix Pro Arte, Morges/Schweiz.

1976 Diplom Prix Pro Arte, Schweiz

1977 1.Graphiker Preis von Bologna

1984 Silbernes Verdienstzeichen des Landes Salzburg für Gesamtwerk.

Über mein Leben

„Meine Malerei brachte mir bald internationale Erfolge, Ausstellung reihte sich an Ausstellung. Die damit verbundenen Reisen und Kontakte mit Galeristen, Sammlern und Journalisten bestimmten mein Leben.
Acht Stunden täglich saß ich an der Staffelei und diese vom Klavierstudium her gewohnte Arbeitszeit verging mir wie im Fluge. Ich war glücklich mit dem Tausch, hatte ich doch ein Medium gefunden in dem ich mich unverwechselbar ausdrücken konnte.“

In meiner Erinnerung und auf Fotos sehe ich mich als ein zartes, fast
durchsichtiges Kind mit blonder Pagenfrisur und dunklen Augen.
Ich wuchs in einem Salzburger Altstadthaus aus dem 15.Jahrhundert auf, umgeben von Urgroßvater, Großeltern, Eltern und Onkel (mütterlicherseits) in der engen, sehr belebten Linzergasse.
Vor der Haustür sozusagen der Aufgang zum Kapuzinerberg. Ein Berg, der für das kleine Kind etwas unheimliches und zugleich etwas magisch anziehendes hatte. Märchen die mein Vater für mich erfand, verwoben sich in meiner kindlichen Phantasie mit der Wirklichkeit, die voller Geheimnisse war mit Hexen, Zauberern, Riesen und Gnomen aller Art.
Bei einsetzender Dunkelheit sah ich allerlei Gestalten und Geschöpfe so deutlich, dass ich hinzeigte wo sie waren.

Mein Vater, 1904 geboren, aus kinderreicher Kärntner Familie, wurde spartanisch streng erzogen. Er geriet in die schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeiten die das vorgesehene Studium verhinderten. So erlernte er den Beruf eines Dekorationsmalers. Zeitlebens waren Malerei, Literatur, Philosophie und Politik seine Vorlieben, die nicht ohne Einfluss auf mich blieben.
Von den Großeltern (Kaufleuten) sehr verwöhnt, von meinem Vater, der strengere Erziehungsmethoden anwandte häufig missverstanden, kam ich in Unstimmigkeiten und Spannungen die mir nachhaltend zu schaffen machten.
Ich war dennoch ein glückliches Kind.
Das Bild meines Urgroßvaters verbindet sich mit der Vorstellung des „Alten Weisen“. Hochaufgerichtet schritt er aus, gesund bis ins hohe Alter, mit schlohweißem Haar, schweigsam, eine imponierende Erscheinung.
Die Groß-Familie war musikalisch. Oft wurde im Hause musiziert und gesungen. Theater- und Konzertbesuche mit den Eltern und mit dem Großvater, gehörten zum Jahresablauf.
Ab dem sechsten Lebensjahr erhielt ich Klavierunterricht. Mit elf spielte ich das erste Mal in einem Schülerkonzert, meine Absicht Musik zu studieren und Pianistin zu werden, stand fest. Die Familie war einverstanden, nur mein Großvater, der Kaufmann, er spielte mehrere Instrumente, war betrübt, dass seine Lieblingsenkelin sich der „brotlosen“ Kunst verschreiben wollte.

Sehr früh schon bekam ich ein Bändchen mit Essays des amerikanischen Philosophen Prentice Mulford geschenkt.
Mulfords Weltbild war mir so vertraut, als hätte ich es immer schon gekannt, als hätte ich diese Texte selbst geschrieben:
„Immer den Mut wie eine Flamme vor sich tragen! Nichts unmöglich nennen! Kein Individuum hassen – nur seinen Irrtum meiden. Den geheimen Gesetzen des Lebens entgegenhorchen und ihren leisesten Zeichen folgen!“
Ich dachte, jedermann könne das nachvollziehen. Zum Beispiel die Kraft der Gedanken:
„ Der Geist muss immer auf das Ziel gerichtet bleiben, der Körper aber in größtmöglicher Ruhe und Konzentration, dann geraten die Kräfte in Bewegung. Die gewünschten Dinge kommen auf dich zu kraft der geheimnisvollen Anziehung von Mensch und Ding…… Jedem wird gegeben nach der Stärke und nach der Ausdauer seines Verlangens…. Es gibt keine Grenzlinie zwischen dem, was wir Geist und Materie nennen! Die Materie ist nur die Form des Gedankens, die sich in den äußeren Sinnen offenbart.“

Ich erinnere mich einer Begebenheit aus meiner Musikstudien-Zeit in Wien. Ein Herr begleitete mich die Stiegen hinauf zu einer Familie, die ein kleines Konzert veranstaltete, ich spielte dort Debussy. Am nächsten Tag erhielt ich einen Brief dieses Herrn. Nicht mein Vortrag wurde erwähnt sondern er berichtete, dass er beim Hinaufgehen im dämmrigen Stiegenhaus ein Licht habe von mir ausgehen gesehen.
Damals war es nicht üblich über solche Begebenheiten laut zu reden.
Heute geben wir derartige Wahrnehmungen unseren Freunden gerne weiter.

Natürlich gab es in meinem Leben Umwege und Staus. Oft ist die Welt eng und dunkel und der Regulator „Krankheit“ stellte sich ein.
Alles „Geschenke“, wie ich im Nachhinein weiß, Hilfen zum nächsten Schritt, zu tieferer Freude und größerem Glücksgefühl.

1960 heiratete ich den Fotografen (Residenz Verlag) und Psychologen Dr. Josef Dapra. Damit endete meine musikalische Laufbahn, ich kehrte von Deutschland nach Salzburg zurück, bereit für neue Aufgaben.
Unsere Architekten-Freunde Raimund Abraham und Friedrich Gartler entwarfen unser Haus. Es entstand im Süden Salzburgs.
Auf demselben Grundstück steht das Haus, das meine Schwester Erika mit ihrer lieben Familie bewohnt, so dass wir all die vielen Jahre in naher Nachbarschaft leben konnten.

Ein neuer Abschnitt meines Lebens begann, die Welt der Bilder.
Für den Katalog meiner ersten Ausstellung fand der Schriftsteller Herbert Eisenreich den Titel „Bilder aus dem Paradies“.
Als Autodidaktin hatte ich anfangs manche Krise zu bewältigen.
Gerne erinnere ich mich der tröstenden Worte unseres lieben Freundes Heinrich Waggerl: „Sag nicht Du kannst es nicht. Du hast es in der Musik gelernt!“
Meine Laufbahn war gesegnet mit „Mutmachern“. Die Eröffnungsrede von Hans Weigel für eine Ausstellung in Wien begann: „Wenn wir von Salzburg träumen sieht die Stadt aus wie von Regine Dapra gemalt, jenseits aller Alltäglichkeit.“

Meine Malerei brachte mir bald internationale Erfolge, Ausstellung reihte sich an Ausstellung. Die damit verbundenen Reisen und Kontakte mit Galeristen, Sammlern und Journalisten bestimmten mein Leben.
Acht Stunden täglich saß ich an der Staffelei und diese vom Klavierstudium her gewohnte Arbeitszeit verging mir wie im Fluge. Ich war glücklich mit dem Tausch, hatte ich doch ein Medium gefunden in dem ich mich unverwechselbar ausdrücken konnte.
Eine große Schweizer Zeitschrift schrieb: Die nuancierten und ausgewogenen Farbgebungen bei Regine Dapra sind fast schon legendär. Bei dieser Künstlerin kann man von einem klassisch-naiven Stil im Sinne von Rousseau sprechen. Ähnliches berichtete die Presse aus den Vereinigten Staaten, wo ich während einer Zeit von mehr als 10 Jahren regelmäßig ausstellte.
Erfolg gehört nun einmal zu den „Highlights“ des Lebens, und ich freute mich darüber.

In dieser Zeit kam auch unser Sohn David zur Welt, der unser Leben mit neuen Freuden und Aufgaben erfüllte.
Er beschenkte uns mit vier wunderbaren Enkelkindern.

In meiner Ausbildung zur Reiki Meisterin/Lehrerin und weiteren ähnlichen Lehrgängen wurde mir klar, alles Lernen ist nur Erinnerung. Diese sanfte, harmonisierende, heilende Reiki-Energie wurde zu einem tief innerlich vertrauten Teil meines Lebens.
Noch klärender war die Schulung zum „Neuen Lichtkörper“.
Die Begegnung mit der Seele und ihrem Bewusstsein wurde zum Schlüsselerlebnis: Ich bin Teil von „allem was ist“ und „Alles“ ist Teil von mir selbst.
Schaue ich zurück, ist mein Weg ein kontinuierliches Fortschreiten, ohne harte Einschnitte oder Abstürze, oder plötzliche „Erleuchtungen“. Meine Seelenfamilie, wie auch meine leibliche Familie, war meist hilfreich, spürbar um mich. Sie ließen mich den rechten Schritt zur rechten Zeit tun und festigten das Gefühl der Geborgenheit hier und in der unvorstellbaren Weite des Seins.
Regine Dapra, 2008

(Ergänzung von Josef Dapra) Im Sommer 1981 berichtet die Schauspielerin Barbara Rütting, mit der Regine Dapra seit Jahren befreundet ist, vom stummen Leid der Versuchstiere. Als Frau sei man verpflichtet, gegen diese Grausamkeiten zu protestieren. Sofort schloss sich Regine den Tierversuchsgegnern an. Diese Aktivistinnen, in der Mehrzahl Frauen, waren in Deutschland, Österreich, Italien und Schweiz tätig und gut vernetzt. Regine Dapra beteiligte sich bei Protestmärschen und Kundgebungen in diesen Ländern als Sprecherin, trat bei Fernsehdiskussionen auf und war im ständigen Kontakt mit gleichgesinnten österr. Parlamentariern. Ein Gesetzesantrag zum Schutz der Versuchstiere wurde erarbeitet und vom Parlament beschlossen. Den bedeutungsvollsten und eindringlichsten Beitrag zum Schutz der Tiere leistete die Malerin Regine Dapra. Sie schuf im Jahre 1982 zwei ergreifende Bilder des verborgenen Tierleides und der stummen Anklage: „Verbrechen im Verborgenen“ und „Stille Nacht“.

Beide Gemälde wurden als Plakate und Karten gedruckt und veröffentlicht.
Das erste Bild zeigt eine Familie, Eltern mit Kindern, die auf einen Hügel in weiter sonniger Landschaft rastet. Sie ahnt nichts vom Leid der Tiere die im Dunkel des Versuchslabors unter ihren Füssen gequält werden. Im zweiten Bild wird diese Ahnungslosigkeit von einer Familie dokumentiert die friedlich und erwartungsvoll vor dem Christbaum stehen. Das Leid und Elend der Versuchstiere verbirgt auf diesem Gemälde ein bunter Teppich. Diese zwei Gemälde sind Regine Dapras Vermächtnis zum Wohl der Tiere.

Nachtrag 2012 (von David Dapra)
Die letzten Jahre meiner Mutter waren geprägt vom dem, was sie sich ihr Leben lang versagte: Zeit für sich. Sie gestattete sich langsamer zu werden und ihre Grenzen anzunehmen.
Sie verstarb überraschend am 25.04.2012 bei einer Herzoperation im LKH Salzburg.
Die Erinnerung an diese außerwöhnliche Frau lebt in unseren Herzen und in ihren Bildern für immer weiter.

Bücher

Bücher und Publikationen zur Malerei

Salzburger Bilderbuch

Salzburger Bilderbuch

Salzburger Bilderbuch
Regine Dapra – Hermann Bauer
1974, 40 Farbtafeln,
Residenzverlag, Salzburg

Die wunderbare Sonntagsfahrt<br />

Die wunderbare Sonntagsfahrt

Die wunderbare Sonntagsfahrt
Regine Dapra – Alois Schöpf
1976, Annette Betz-Verlag, München

 

A Picture Book of Salzburg

A Picture Book of Salzburg

A Picture Book of Salzburg
Regine Dapra – Hermann Bauer
1974, 40 Farbtafeln,
Residenzverlag, Salzburg

The wonderful Journey

The wonderful Journey

The wonderful Journey
Regine Dapra – Alois Schöpf
1976, Blackie